
Als BABYMONSTER debütierten, war ziemlich schnell klar: YG sucht hier nicht nach der nächsten „cute“ Girlgroup für die hübsche Vitrine. Von Anfang an wirkten sie eher wie ein Projekt, das auf Energie, Performance und diesem Gefühl aufgebaut ist: „Ja, wir wissen, dass ihr uns anschaut.“
Und das neue Mini-Album „춤 (CHOOM)” bestätigt genau diese Richtung.
Das Album erschien am 4. Mai 2026, und schon der Titel selbst ist interessant. „Choom“ ist die Umschrift des koreanischen Wortes für Tanz — kein steriler englischer Titel, sondern etwas, das roh koreanisch und gleichzeitig einfach klingt. Rund um das Comeback baut YG die Idee auf, dass Musik und Bewegung Menschen zu einer einzigen Menge verbinden können: eine Energie, ein Chaos unter flackernden Lichtern.
Und ganz ehrlich?
Dieses Album handelt nicht von tiefer Melancholie oder philosophischem Storytelling im Stil der BTS-Ära HYYH. Das hier ist eher:
„Komm raus. Hör auf zu denken. Ruinier die Absätze. Tanz.“
Tracklist: kurz, aber ziemlich durchdacht
Das Mini-Album enthält vier Songs:
- MOON
- CHOOM (Title Track)
- I LIKE IT
- LOCKED IN
Ja, nur vier Tracks. Was bei YG in den letzten Jahren fast schon Tradition geworden ist: weniger Songs, dafür ein starker Fokus auf Image, Performance und Replay Value.
🌙 „MOON“ — ein dunkleres Intro für die ganze Atmosphäre
„MOON“ eröffnet das Album überraschend atmosphärisch. Nach den Beschreibungen von YG handelt es sich um Southern Trap / R&B-Hip-Hop mit einer leicht traumhaften, fast nächtlichen Ästhetik.
Und genau das passt zu BABYMONSTER.
Sie sind keine Feen in pastellfarbenen Röckchen. Ihr Vibe ist eher:
- Neon,
- Asphalt nach dem Regen,
- schwere Bässe,
- eine Kamera viel zu nah am Gesicht,
- und ein Blick, der sagt: „Sag doch was, wenn du dich traust.“
„MOON“ fühlt sich an wie ein Song kurz vor der Explosion. Er geht nicht sofort aufs Maximum. Er baut Spannung auf.
Dieses Gefühl von:
„Da kommt etwas.“

💃 „CHOOM“ — der Title Track, der das Internet bewegen will
Der Title Track „CHOOM“ ist genau diese Art Song, die gemacht wurde für:
- TikTok Dance Challenges,
- Fancams,
- Konzertmomente, in denen alle schreien,
- kurze virale Edits,
- und ein Publikum, das den Refrain mitten in der Menge brüllen will.
YG beschreibt den Song als Hip-Hop-Dance-Track mit einem aggressiv süchtig machenden Synth-Riff und schweren Bässen.
Und ja — das ist genau diese Art Produktion, bei der:
- der Beat nicht „Hintergrund“ ist,
- der Beat ist die Hauptfigur.
BABYMONSTER klingen hier selbstbewusster als am Anfang ihrer Karriere. Man hört, wie die Gruppe langsam von der Phase:
„rookie monster girls“
in die Phase wechselt:
„Okay, jetzt wissen wir, wer wir sind.“

✨ „I LIKE IT“ — leichtere Energie, aber immer noch nicht zuckersüß
Dieser Song wirkt wie der frischeste Moment des Albums.
Nach dem dunkleren Einstieg kommt plötzlich eine Energie, die erinnert an:
- eine sommerliche Nachtfahrt durch die Stadt,
- offene Autofenster,
- leuchtende Convenience Stores um zwei Uhr morgens,
- ästhetische TikTok-Videos mit Grain-Filter.
Es ist immer noch BABYMONSTER, also kein ultra-süßer Bubblegum Pop. Aber hier gibt es mehr Licht, mehr Bewegung, mehr Lockerheit.
Und ganz ehrlich?
Das könnte der Sleeper Hit des Albums werden.
So ein Track, der nicht überall als Erstes auf den Thumbnails auftaucht… aber zwei Monate später vielleicht am meisten gestreamt wird.

🔒 „LOCKED IN“ — R&B-Abschluss und Emotionen unter der Oberfläche
Das Album endet mit dem R&B-Pop-Song „LOCKED IN“.
Und genau hier hört man, dass BABYMONSTER nicht nur eine Performance Group sind.
Sie haben starke Vocals. Und YG beginnt ganz offensichtlich, diese stärker einzusetzen.
„LOCKED IN“ wirkt nicht dramatisch im Stil von:
„Weinen im Regen auf einem Dach in Seoul“.
Eher:
- kontrollierte Emotionen,
- Spannung,
- Besessenheit,
- dieser Moment, in dem jemand Ruhe vorspielt… aber ganz ruhig ist da niemand.

Rami fehlt immer noch — und man spürt es
Wichtig: Mitglied Rami nahm wegen einer gesundheitlichen Pause nicht an diesem Comeback teil.
Und obwohl die Gruppe weiterhin sehr gut funktioniert, merkt man ihre Abwesenheit vor allem in den vocal layers. Rami hatte eine der markantesten Stimmen der ganzen Besetzung — genau diese Art Stimme, die innerhalb von drei Sekunden die Atmosphäre eines Songs verändern kann.
Deshalb erlebt das Fandom dieses Comeback auf eine etwas doppelte Weise:
- Begeisterung für eine neue Ära,
- aber gleichzeitig auch eine leise Sehnsucht.
Was übrigens eine sehr typische K-pop-Emotion ist:
Freude und Melancholie gleichzeitig. K-pop kann das fast beängstigend gut.
YG plant bereits weitere MVs
Und hier sieht man, dass YG weiterhin stark in das Projekt investiert.
Neben dem Haupt-MV zu „CHOOM“ wurden auch weitere Musikvideos angekündigt:
- „I LIKE IT“
- und „MOON“.
Das ist ein ziemlich kluger Zug.
Denn jeder dieser Songs hat eine andere Atmosphäre:
- CHOOM = Performance-Chaos,
- MOON = Dark Aesthetic,
- I LIKE IT = replayable vibe content.
YG will offensichtlich nicht nur „einen viralen Title Track“.
Sie versuchen, eine ganze Mini-Ära aufzubauen.
BABYMONSTER sind nicht mehr „nur die kleinen Schwestern von BLACKPINK“
Das ist vielleicht der spannendste Moment ihrer bisherigen Karriere.
Im ersten Jahr nach dem Debüt sprach man über sie vor allem als:
„die neue YG-Girlgroup nach BLACKPINK“.
Aber jetzt?
Sie beginnen, eine eigene Identität zu entwickeln.
BLACKPINK wirken wie:
- Luxus,
- Dominanz,
- High-Fashion-Charisma.
BABYMONSTER sind bisher eher:
- rohe Energie,
- Performance,
- Bewegung,
- Chaos,
- junger Druck,
- Lautstärke.
Weniger „unantastbare Ikonen“.
Mehr:
„eine Party, die sich jederzeit in einen Riot verwandeln kann.“
Und das ist gut so. Denn BLACKPINK einfach zu kopieren, wäre ein Direktflug in die Hölle der Fandom-Kommentare.
Also… lohnt es sich, „CHOOM“ zu hören?
Wenn du erwartest:
- ein tiefes Konzeptalbum,
- Lore wie bei BTS,
- Art-Pop-Experimente,
- oder emotionale Verwüstung im Stil mancher NewJeans-Tracks…
dann vielleicht nicht ganz.
Aber wenn du willst:
- Energie,
- einen starken Performance-Vibe,
- tanzbare Tracks,
- einen selbstbewussten YG-Sound,
- und einen Soundtrack für den Moment, in dem man sich einfach cool fühlen will…
dann ja.
„CHOOM“ fühlt sich an wie ein Album, das deine Seele nicht analysieren will.
Es will dich auf die Tanzfläche ziehen.
Und dir dann das Make-up mit Schweiß und Stroboskoplicht verwischen.
Und manchmal?
Ist genau das das, was man braucht. Und ich muss zugeben: Bei mir funktioniert es. CHOOM, CHOOM, CHOOM!
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